Mein beruflicher Werdegang

Seit über vier Jahrzehnten begleite ich Menschen an einem der verletzlichsten Orte des Lebens: auf der Intensivstation.

Als Fachkrankenschwester für Intensivpflege habe ich unzählige Momente zwischen Hoffen und Abschied, zwischen technischer Höchstleistung und zutiefst menschlicher Nähe erlebt. Diese Arbeit hat mich gelehrt, wach zu bleiben – für das Leben in all seinen Facetten, für Leid und Würde, für das, was trägt, wenn Worte fehlen.

Meine palliativpflegerische Ausbildung hat meinen Blick vertieft: weg vom reinen „Tun-Müssen“ hin zum achtsamen Dasein, zum feinen Wahrnehmen dessen, was ein Mensch in seiner letzten oder besonders herausfordernden Lebensphase wirklich braucht. Dabei ist mir das Zuhören ebenso wichtig geworden wie das fachlich präzise, verantwortungsvolle Handeln.

Als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation begleite ich Menschen und Teams darin, sich selbst und einander mit mehr Klarheit, Mitgefühl und Verantwortung zu begegnen. Kommunikation verstehe ich nicht als Technik, sondern als innere Haltung – als Brücke zwischen eigener Wahrheit und lebendiger Beziehung, besonders in hochbelasteten klinischen Kontexten.

Die K1-Ausbildung sowie meine Mitarbeit in der Klinischen Ethik-Komitee haben meinen beruflichen Weg um eine weitere wesentliche Dimension ergänzt: die gemeinsame ethische Reflexion von Entscheidungen, die selten eindeutig sind und stets im Spannungsfeld von Medizin, Pflege, individuellen Werten und Lebensgeschichten stehen. Hier bringe ich meine langjährige pflegerische Erfahrung, meine kommunikative Kompetenz und meine tiefe Achtung vor der Würde jedes Menschen ein.

Mein beruflicher Lebensweg ist geprägt von Erfahrung, Präsenz und einer lebensbejahenden Haltung. Ich arbeite dort, wo Leben fragil wird – und genau darin seine Tiefe, seine Verletzlichkeit und seinen unersetzlichen Wert zeigt.

Ich befinde mich aktuell in Ausbildung zur Trauerbegleitung nach BVT (Bundesvereinigung für Trauerbegleitung).

Sabine Fiebig-Kunert